(Bitte verfolgen Sie jeweils zu den Ausführungen die letzten Bilder, die Teile des Geschriebenen illustrieren sollen)
Unerklärtes und Unerklärliches 22.1
Was würde der kürzlich verstorbene Erich von Däniken zu unserer Fahrt und unseren Erlebnissen sagen? Däniken ist gelernter Koch und selbsternannter Experte der Präastronautik. Diese befasst sich mit dem Einwirken von außermenschlichem Leben auf die Erde: Pyramiden und andere Kulturschöpfungen der frühen Menschen sieht er als Kult für die außerirdischen Wesen, um ihren Göttern, den Aliens, zu huldigen. Diese seien auch für den Kulturfortschritt der Menschheit verantwortlich. (Wissenschaftlich ist das alles eine verdaute Hinterlassenschaft eines Rindes, unbewiesen und faktisch falsch. Als Schüler habe ich mit dem guten Erich während der Projektwoche Bekanntschaft gemacht. Wir haben eine Anleitung durchgeführt, die dazu führen sollte, dass man sich mit etwas, wohl der Seele, dem Körper entfernt und auf sich selbst schauen kann. Hat nicht geklappt, was zum ersten Mal eine kleine Krise hervorrief, denn noch war nicht klar, ob die Anleitung falsch war, die ganze Geschichte Blödsinn oder ich einfach keine Seele hatte. Ich hoffe weiterhin, sie zu finden.)
Und schau an, war da nicht ein Ereignis zu Beginn der Fahrt, das genau in diese Richtung wies: Die unbekannten grünen Flugobjekte. Es ist nicht von der Hand zu weisen, das diese Fährte nie aufhörte während dieser Fahrt. Zu Beginn sind es nur dezente Hinweise, die am Wegesrand stehen und Verweise auf das Große und Ganze geben. Für jenen ist es eine orangene Scheibe, mit Wölbung. Um die kann man, wenn man kann und will, mit skiern herumfahren. Für andere, die Eingeweihten, steht ein größerer Zusammenhang im Raum: Die Scheibe als Symbol für interstellares Reisen und man denkt gleich an die zwei grünen Flugscheiben der Hinfahrt. Der zweite Zusammenhang ist die Farbkombination orange-grün. Jetzt muss man wissen, dass das dunkele Grün und das leuchtende Orange der Scheiben beinahe Komplementärfarben sind. "Soooo", mag der eine oder die andere laut ausrufen, "da haben wir es ja: Nur beinah!" Da kann ich nur milde lächeln und auf den Höhenunterschied und die Erdkrümmung hinweisen, die zwischen den zwei Standorten der Scheibensichtungen liegen. Setzt man das in die allgemeingültige Gleichung ein und quadriert es mit dem Umfang eines Kreises, werden die Farben nicht nur zu Komplementärfarben, sondern zu sogenannten Superkomplementärfarben. Ein Zufall kann das nicht mehr sein. Weiter geht es mit Sichtungen ganz anderer Art. Im dichten Tannendickicht fand eine Klasse während des Klassenabends diese Jahrtausend alten vier Monochioni. Man könnte das mit Schneemonolithen umschreiben. Sie sollen die Außerirdischen nachbilden, die hier vor langer Zeit die Einheimischen besucht haben. Der gefundene Kultplatz diente zur Verehrung der Besucher, augenscheinlich 3 männliche und eine weibliche, was klassisch für diese Art von Besuchergruppen sind. Das muss man wissen! Die noch unzivilisierte hier lebende Population, einfache Selbstversorger, haben natürlich Schnee und Eis für die Nachbildung benutzt, was ihnen reichlich zur Verfügung stand. Und so steht die Kultstätte, vor der Sonne geschützt, schon so lange hier. Nicht ohne "Geschenk" kamen sie, wie man auf einem weiteren Bild sehen kann. Hier lag die Landestation, die die Besucher vor viele hunderte, wenn nicht tausende von Jahren nutzten. Das Wissen um ihre Funktion verlor sich mit der Zeit und sie wurde umfunktioniert vor einigen Jahren zu einem Skilift, dem Duxerexpress. Aber ohne jeden Zweifel kann man an der Architektur, an dem schier unmöglichen Überstehen der lang gezogenen Landeplattform, sehen, dass hier übermenschliches Wissen verbaut wurde, ansonsten wäre sie zusammen gefallen.
Man könnte noch viele weitere unwiderlegbare Beweise für die besondere Bedeutung dieser Region aus präastronautischer Sicht vorbringen, z.B. warum an manchen Stellen dieses Berges andere Schwerkraftfelder wirken, was bei besonders feinfühligen Fahrern zu unverschuldeten Stürzen führt, der Punkt ist jedoch meiner Meinung klar geworden. Neben einem schönen Skigebiet sind wir hier im Hotspot der präastronautischen Forschung "gelandet"
Vielleicht hätte der Erich es so gesehen. Und zu Zeiten der schnellen und unkontrollierten Informationsweitergabe kann das auch schnell mal ins Auge gehen oder sogar geglaubt werden.
Ein Beispiel von der Fahrt, das ein wenig anders gelagert ist, aber einem ähnlichen Prinzip folgt:
Aus dem Speisesaal. Das Essen kann, so unterschiedlich es natürlich Geschmäcker gibt, als gut beschrieben werden und auf die Bedürfnisse des Skifahrens abgestimmt. Neben Regionaltypischem und Klassikern kommen auch ernährungstechnisch passende Gerichte aus aller Welt in den Pott. Auch wenn der Bauer nicht alles kennt, wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Doch auf einmal blieben einige Teller leer, ein Gerücht mäanderte durch die Tischreihen, dass informierte Quellen weissagen Übellaunigkeit im Margen und durchenen Fall. Es musste das Essen sein, das die meisten anderen allerdings aßen und das einige kennerisch lobten. Es war ein Dahl, so sagte es die Beschreibung. Aus Linsen gekocht. Indisch noch hinzu. Genügend Anhaltspunkte für Hobbyhysteriker, der Sache auf den Grund zu gehen, und wo könnte man das besser machen, als im Internet, wenn man schon das Essen vor sich hat. Selbst probieren wäre der schiere Wahnsinn! Und dort fand man dann, die Bestätigung des eigenen Urteils ohne Prüfung. Nach der Nennung von Fakten, z.B. das es keine bekannten und erwiesenen Fälle von Essensgefährdung in diesem Hause gebe, dass das Gesundheitsamt kontrolliere, der Koch eine gelernte Fachkraft sei, Hygienestandards gelten, man auf der anderen Seite im Zusammenleben von mehreren Hundert Menschen eine unbeabsichtigte Übergabe von Keimen oder ähnlichem eine viel wahrscheinlichere Möglichkeit für Übelkeit sei, die wahrscheinlichste sogar das Essverhalten einiger junger Menschen außerhalb den Mahlzeiten, trat zweifelndes Schweigen ein, ob denn die Rezeption (kein Schreibfehler!) im Internet doch subjektiv sein könne. Diese so feine und doch mit viel Verve vorgetragene Rede (J`àccuse) stammte aus der geistigen Feder des Markus Tewes, traf den Nagel auf den Kopf und entlarvte die Rezeption als das, was sie wohl war: eine Rezension eines kleinen, unglücklich Kindes, das lieber Pommes oder Pizza gegessen hätte. Internetwahnsinn par excellence!
Es gab ja auch genügend Schüler und Schülerinnen, die einfach keine Linsen mochten, vielleicht sogar probiert haben.
Das Abendessen hingegen kam bei allen sehr gut an: sowohl bei den Internetgläubigen, den Linsenskeptikern und den nicht so wählerischen. Es gab vegane Spaghetti alla Bollo. Im Übrigen: Mit Linsen, und nicht zu knapp!
Die Kuh Annon muss es gewesen sein, die vor Jahren den Irrsinn in neuem Tempo durch das Netz blökte. Hätte sie es man gelassen.
Zu klären ist auch der Ausgang und die Einordnung der Fahrt
Der letzte Tag, die letzten Übungen, dann die praktische Prüfung, vor dem Abendessen die theoretische mit den Regeln für die Piste. Dann Packen und die letzte Nacht. Vor uns steht noch der Bunte Abend, an dem alle Klassen etwas für die anderen vormachen oder sie anderweitig unterhalten. Im Idealfall - und das wollen wir natürlich annehmen - ist das dann der krönende Abschluss der Skifahrt 2026.
Jede und jeder wird seine eigene Sicht auf die Fahrt haben. Sie ist lang und ansträngend. Ich bin mir sicher, dass viele es schön finden werden, wieder im eigenen Bett und ausschlafen zu können. Ob am Montag noch alle sagen, dass es gut ist, wieder zu Hause zu sein, kann ich nicht versprechen. Ich bin mir noch sicherer, dass ganz viele, ach, alle sagen werden, dass die Zeit, die hinter ihnen liegt eine besondere war und Spaß gemacht hat. Als Begleiter der Fahrt hat es auf mich so gewirkt und welchen Grund sollte ich haben, ihnen einen Eisbären aufzubinden.
Machen Sie es gütt!
Soziales und Unsoziales 21.1
Eine Skifahrt, die ist lustig,
eine Skifahrt, die ist schön,
denn da kann man andren Menschen
bei ihrem Stürzen zuhusehn
War es Friedrich von Goethe oder Frank Zander, der diese Sentenz verfasste?
Egal, in jedem Fall steckt in diesem liedhaften Text viel Wahres über das Skifahren, über die Skifahrt und die Gesellschaft: Man ist gesellig, kann nicht ohne den anderen leben, was sehr schön im Zuschauen der anderen Person zum Ausdruck kommt. Es gibt ein unstillbares Interesse an dem Leben des anderen. Jedoch kann sich dieses Interesse nicht nur in Empathie ausdrücken, sondern auch in der Belustigung des Scheiterns der Anderen.
Das Skifahren hat starke gesellige Züge. Da gibt es Almhütten, in denen man sich verpflegen kann, aber auch beisammen sitzen und idealer Weise nicht alkoholische Getränke konsumiert. Nach den Fahrten trifft man sich in einer Skihütte(n)
und feiert gemeinsam, zum Teil bei skithematischer Liedkultur (siehe oben). Im Grunde müsste man nach einer Woche fasst alle FahrerInnen im Gebiet kennen gelernt haben. Per du ist man sowieso. Einige Spötter meinen, manche lernten das Fahren überhaupt nur wegen des Feierns, manche Zyniker gehen sogar soweit, dass sie den Vorwurf erheben, Leute kauften sich einfach nur eine fancy Skijacke und einen Helm ala "ey krooooss" und ließen das Fahren ganz bleiben.
Eine Gemeinschaft über das Gesellige hinaus spürt man auf der Piste: Es scheinen immer mehrere, die sich in der Nähe befinden, bemüht, Hilfe zu leisten, wenn man auf der Piste zu Boden gegangen ist. Nach meinen eigenen ausgiebigen Fallstudien maße ich mir eine gewisse Expertise an und so habe ich es erleben dürfen.
Das ist sehr erfreulich und sprich für eine hohe integrative Kraft dieser Sportart und Lebensweise. Wenn man dann aber an den Skilift kommt, kann es einem passieren, dass das Anstehen von manchem zum großen Drängeln genutzt wird...explizit von den Personen empfohlen, die jenen das Fahren beigebracht haben. Und das allseits bekannte und gebrauchte Kompositum "Pistenrowdy" bzw. "Pistensau" musste sich auch erst auf jener durch jenes Verhalten gebildet und etabliert haben. Insgesamt ist das Soziale im Skimillieu ein vielschichtiges Phänomen.
Bricht man das auf unsere Schülerinnen und Schüler herunter, heißt das im sozialen Sinne häufig Warten: Morgens am Waschbecken und an der Dusche (bzw. abends), dann am Buffett, danach im Skikeller, als Nächstes am Lift, dann bei den zahlreichen und hilfreichen Erklärungen der Lehrenden, dann immer weiter, bis zum Mittagessen, dann das Buffett zum Abendbrot. Nach dem Waschen und Zähneputzen dann ins Bett. Es erfordert eine gewisse soziale Kompetenz (und einige sich immer wiederholende Erklärungen), dass das gut klappt und nicht zum großen Drängeln wird. Und das klappt ganz gut! Selbst das Aufräumen der Zimmer wurde zu einem großen Event. Sehr schön ist, wenn sie sich gegenseitig aufhelfen nach einem Sturz, und der Zuspruch, den sie sich gegenseitig geben. Klassisches soziales Lernen.
Das Gemeinsame wird auch mit den drei großen Klassenveranstaltungen während der Fahrt betont: Der ökologische Abend, an dem die Sinnhaftigkeit des Skisports aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird, die Klassenabende, in denen organisiert und alles mögliche gespielt werden kann. Als Letztes die Sportveranstaltungen: der Tischtennis-Rundlauf und das Kickerturnier.
Es gibt auf der Fahrt, wie Sie sehen, in unterschiedlicher Weise viel soziale Interaktion und Freude.
Um noch einmal auf das Skifahren insgesamt zu sprechen zu kommen: Am besten gefällt mir der Gedanke, dass, wenn schon beim Fahren etwas schief geht und man zum Arzt oder gar ins Krankenhaus muss, man nicht traurig sein sollte, denn bestimmt kennt man über die Hälfte der Patienten schon von der Piste oder der Hütten. Tröstlich!
Das Fallen ist wie ein Sprung, nur ohne Landung 19.1
Wie lernt man Skifahren? Man teilt die Schülerinnen und Schüler zuerst nach Selbsteinschätzung in unterschiedliche Gruppen ein. So ist sichergestellt, dass es bei niemandem zu einer Über- oder Unterforderung kommt. Je nach Entwicklungsschritten gelangt man in eine Gruppe mit erweitertem Fahrniveau. Dazu setzen sich die Skilehrerinnen und -lehrer täglich zusammen und bewerten jeweils den individuellen Fortschritt. Insgesamt werden alle besser und besser. Soviel zur Organisation dieses Bereichs unserer Fahrt.
Aus der Sicht von Ski unerfahrenen und sprachlich sensiblen Schülerinnen und Schülern stellt sich bereits zu Beginn eine ganz andere Herausforderung, nämlich die, eine sich hier auftuende Antithese zwischen der neuen Sportart und ihrem Weltwissen aufzulösen: Im Volksmund haben sie bisher vernommen, dass es gut ist, wenn es Berg auf geht, die Gegenrichtung ist für Wirtschaft, Gesellschaft und auch individuelles Glück negativ bis verheerend. Diese alltägliche Sprachlogik hat sich im Wissen dieser Schülerinnen und Schüler verinnerlicht und niemand sollte sie deswegen komisch angucken, dass sie sich erwartungsfroh in der ersten Stunde mit den Skispitzen aufwärts an den Hang stellen. Oder versetzen Sie sich einmal in ein Kind herein, dass Berg ab fahrend aufgefordert wird, den Ski laufen zu lassen, schneller zu werden...schneller in den Ruin, in dieser Sprachlogik. Zum Glück gibt es gar nicht so viele sprachlich akribisch geschulte Kinder, wie man im Allgemeinen hoffen möchte.
Allerdings wäre es vielleicht sogar wünschenswert, denn diese könnten sich der allgemeinen Skischulpädagogik in den Weg stellen, die es ja auch durch (wenig) subtile sprachliche Beeinflussung schaffen wollen, die Kinder auf rutschiges Geläuf zu bekommen. "Pizza" und "Pommes" sollen sie veranlassen, diesen Wahnsinn einzugehen, aus eigener Entscheidung. Die Kritischen unter uns mögen darin schon unlautere Werbung sehen. Ich frage mich nur, ob in Zeiten wie diesen nicht Pizza gehen "Döner" (im Fladenbrot) ausgetauscht werden sollte. Wir sind doch nicht mehr in den 90ern.
(Was wäre das Äquivalent zu den Pommes?)
Eine gewisse Skepsis kann man bei dem Thema Skifahren nachvollziehen. Man zwängt sich, manchmal unter Schmerzen, in eine Skischuh und schränkt sich im Sinne der Beweglichkeit sehr ein. (Im ästhetischen Sinne kann man beim Gehen mit Skischuhen sogar von einer Grenzverletzung sprechen.) In dieser beschränkten Bewegungsfähigkeit stellt man sich nun auf "Bretter" und , die man wiederum auf so glatten Untergrund stellt, dass in Wittgenstein die Schule behördlicherseits abgesagt würde. Finde den Fehler?
Machen wir uns nichts vor: Ski fahren ist (für die, die es einigermaßen können) wunderschön. Manche beschreiben es als Freiheitsgefühl, wie es ein anderes im Leben selten gibt. Aber es birgt auch kleine Gefahren, gerade bei noch unerfahreneren oder zu übermütigen Fahrern. Und ich nehme an bei Anfängern, die lieber Pommes als Pizza mögen. Um die Gefahren ein wenig zu testen, habe ich mich in den letzten Tagen bereit erklärt, die Sturzmöglichkeiten im Gebiet ausgiebig auszuprobieren. Der einfache Sturz im Stehen ist wunderbar machbar und da ist es ganz egal, ob man sich selbst auf die Skier tritt, bevor man losgeht, oder die Hangabtriebskraft vergisst. Im Fahren lief auch alles glatt: das seitliche Pistenende ist durch eine Schneeanhäufung markiert und führt, wie gewohnt, unweigerlich zum Fallen. Ferner sind die kleinen Hübbelchen auf der Strecke strategisch gut verteilt, lösen aber nur bei deutlich unangemessener Fahrweise den Sturz aus. Allein das Kommando: "Aus dem Weg, ich kann nicht mehr lenken/ bremsen" ist hier nicht so verbreitet, dass es mit Sicherheit zur Sicherheit führt.
Bei dem Selbstversuch habe ich gemerkt, dass dem Volksmund auch mal vertraut werden kann: "Wer den Schaden (die Schmerzen) hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen". Selbst Schuld, Alter. Und da hilft auch kein Doktor und kein Meister, der macht es höchstens noch schlimmer. Man könnte mich gar als Schalker bezeichnen, so blau bin ich geworden. Und hier noch ein Tipp, damit es zu einer gleichmäßigen Bläuung kommt: wechseln Sie spätestens am zweiten Tag die Fallseite und scheuen Sie sich nicht, den frontalen Fall zu probieren. Ich bin vom Ergebnis überzeugt!
Sie sehen also, dass man sich keine Sorgen zu machen braucht. Bei sachgerechter Verwendung der Skier und Fahrweise ist das Fahren hier eine riesige Freude und so sicher, wie das Skifahren eben nur sein kann. Und dass es so sicher wird, dafür sorgen die Skilehrer und -lehrerinnen, die aus Teilen des Kollegiums und befreundeten und überaus angenehmen Menschen besteht. Immer wieder bekomme ich mit, wie einfühlsam und trotzdem fröhlich sie auf die Lernenden eingehen, an passender Stelle auch mal den Ehrgeiz kitzeln und immer mit einem technischen Hinweis das Fahrproblem lösen. Wieder einmal ein großes Lob und wieder ist es vollkommen angemessen und ehrlich gemeint.
Und so nimmt es nicht Wunder, dass die Kinder morgens mit Freude auf die Piste gehen. Heute verspürten manche die ersten Abnutzungserscheinungen, den Kater im Muskel, den Hamster in der Wade. Deshalb gab es für die, die eine kleine Pause brauchten, den Nachmittag frei, um ein wenig zu ruhen, zu reden oder zu spielen. Und morgen geht es wieder auf die Piste, an den Lift, in das große Gedrängel und dann in die große Freiheit!
Holz und Schall 18.1
Man darf davon ausgehen, dass einige ältere Geschwister bereits in diesem Haus waren und es durch Bilder und Erzählungen bei manchen Eltern bekannt ist. Andere würde es vielleicht sehr interessieren, einen Einblick zu bekommen. Deshalb soll die sich darbietende Zeit jetzt dafür genutzt werden, einen kleinen Eindruck zu vermitteln (siehe auch Bilder).
Das Gebäude ist relativ neu und deshalb an vielen Stellen modern. Zuerst einmal ist es zu großen Teilen aus Holz gefertigt, was man an der Außenhülle und (zwischen) den Zimmern sieht: Nadelbaumholz. Nachhaltig, regional, schick und...hellhörig. Letzterem ist es zu verdanken, dass ich und meine anwesenden Zimmergenossen Zeugen eines beeindruckenden Experiments wurden. Zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass es Lernende einer anderen Schule waren, die auch auf "unserem Flur" einquartiert waren und die auf die Idee und in die Durchführung kamen. Sie versuchten das Abstraktum "Zeit" physisch wahrnehmbar zu machen und das in einem massiven Klotz von Haus. Sie gingen also her und stellten zuerst die Sekunde mit einer kräftig und gut vernehmbarfen zugeworfenen Tür nach. Und zwar jede! Mein Musikunterricht ist leider schon länger her, aber nach meinem Empfinden besaßen sie ein ausgesprochen gutes Taktgefühl. Die Minuten - und das war eine schöne Idee, denn sie versuchten die Versöhnung von Natur (Hausmaterialien) und Mensch - wurden dann mit Ausrufen markiert, handelsüblicher jugendlicher Colour: Alter, Assi und Arsch... wechselten sich in einer munteren, aber mir nicht nachvollziehbaren Folge ab. So sehr ich die Sekundenzähler gelobt habe, muss ich feststellen, dass Minutenzähler eine falsche, viel zu kurze Vorstellung von Minuten haben. Ob es eine 10-Minuten-Angabe gab entzieht sich meiner Kenntnis (vielleicht ein Scheppern, ausgelöst durch Wurfgeschosse?), da das Experiment höchstens 20 Minuten, sich steigernd, fort lief. Die unteren Flure mussten auch Zeuge dieser Aufführung geworden sein...nur eben nicht die betreffenden Lehrkräfte...und so verging diese auch konzeptionell anspruchsvolle Performance ohne entsprechende Würdigung von berufener Stelle. Ansonsten sind die Zimmer zweckdienlich und schön eingerichtet, und denken Sie sich, dass sie vorbildlich ein- und aufgeräumt sind. Beweisfotos brauchten deshalb unten nicht beigefügt werden.
Neben dem Holz ist auch Eisen verbaut, gerade im Treppenhaus präsentiert es sich selbstbewusst dem Betrachter. Und mich soll der Affe lausen, wenn man nicht noch einiges an Beton findet. Und zwar im Skikeller.
Außerdem ist an den Bewegungsdrang gedacht: Neben diversen Kicker-, Airhockey- und Billiard-Tischen und einerTischtennisplatte gibt es eine Sport- und eine Fußballhalle, einen kleinen Skate-Parcours, Trampoline, Kletterwände und die Schnitzelgrube...und ich würde tatsächlich die Türen mit in diese Aufzählung aufnehmen wollen. All das kann neben dem Skifahren benutz werden, mit aufsteigendem Gefahrenpotenzial in unserer Gruppe nur mit Aufsicht.
Erst nach einiger Zeit kommt man dahinter, was trotz aller Modernität und anderer Vorzüge weitestgehend unbedacht blieb: Toiletten in einem angenehmen Ausmaß und Abstand zu den Futterquellen im Erdgeschoß. Aber sind wir mal ehrlich: Wer denkt denn ans________ und _______, wenn er oder sie die Freiheit hat, etwas Großartiges und an den Bedürfnissen junger, energiegeladener Menschen zu planen. An die Notdurft denkt man erst in der Not, sonst hieße sie nicht so.
Zur Not ist jedes Zimmer natürlich mit einer entsprechenden Keramik und einer Dusche ausgestattet (natürlich 4. Stock, Grrrrrr).
Jetzt haben Sie einen kleinen Einblick gewonnen und sehen, dass die Kleinen gut versorgt und behütet leben.
Gerade sind sie auf der Piste und ziehen ihre Bahnen oder rutschen oder stehen gerade auf. Das sind seltene Augenblicke in diesem großen Haus, in der eine Ruhe zu verspüren ist, leise untermalt mit angenehmen Ohrwürmern aus den 80ern und frühen 90ern aus der nahe liegenden Küche. Im Treppenhaus ist kein Tritt und kein Schrei zu hören, die Reinigungskräfte wischen im Team den Boden und eine Frau gibt leise eine Weise in ihrer Landessprache zum besten, teils summend, teils singend. Und dem Rhythmus dieses Gesangs folgend wischen alle durch das Foyer. Ein einzelner seltener Moment des Einklangs, des Friedens. Noch schnell genießen, gleich kommen die anderen zurück!
Wir sind nicht allein! (15. + 16. 1.)
Die Fahrt ging los.
Spät.
Sehr spät.
Später als gedacht!
Nicht auszudenken, was hätte passieren können, als der Busfahrer uns im Vorab informierte, dass er mit seinem Gefährt um Einiges früher käme und die Schule es bitte den SchülerInnen mitzuteilen, damit man einen schnelleren Start habe.
Nicht auszudenken! Es wäre der reine Wahnsinn gewesen, wenn der Bus tatsächlich auch früher gekommen wäre!
So mussten wir uns diesem Wahnsinn gar nicht erst aussetzten, das Leben und möglicherweise dessen negative Beeinflussung auf diese Weise herauszufordern.
Und so ging es los, nach dem großen Drängeln, und wenigstens später als versprochen, sodass (oder damit?) das Schicksal noch einige weitere wertvolle Momente zwischen Kindern und Eltern zuließ, allein durch eine winzige Scheibe getrennt. Und niemand musste das Schicksal versuchen.
Immer wieder in einem Leben hat der/ die Lebende vielleicht einmal selbst die Erfahrung gemacht, dass eine frühzeitige (großzügige) Überweisung auf das kosmische Karmakonto die unwägbaren Gefahren eines großen Wagnisses besänftigt hat. So, meine These, auch in unserem Fall: Der langgezogene Abschied bei der Abfahrt in BLB hat uns eine erstaunlich ereignislose, schlaflose Fahrt beschert, ohne unangenehme Überraschungen. In den Pausen war ein zu einem Getränketransporter umfunktionierter, langgezogener alter italienischer Roller in der Raststätte Spessart schon das Aufregenste der Hinfahrt.
Mit einer Ausnahme: Mir schien die ganze Zeit schon eine spürbare, aber nicht weiter zu verortende Präsenz wahrnehmbar zu sein. Ein Aufblitzen, plötzlich, bei voller Fahrt über die Autobahn, tonlos, ohne Donnern oder Grollen, ein rötliches, grelles Blitzen machte diese Präsenz zum ersten Mal fassbar für mich. War das der Grund für unser aller Schlaflosigkeit?
Und als ich dann so durch die ganze Nacht hindurch darüber sinnierte, offenbarte sich der eigentliche (Hinter)Grund: zwei grüne Lichter, sich bewegend über den morgendlich sichtbaren Bergen - wir waren schon in Österreich eingefahren: zwei unbekannte Flugobjekte, die mir auch das rötlich blitzende Licht zuvor erklärlich machten. (Zu Ihrer Orientierung habe ich unten eine Fotographie beigefügt. Machen Sie sich selbst ein Bild!)
Aber hört sich das nicht zu unglaublich an? Ufos auf unserer Klassenfahrt? Natürlich ist mir bewusst, dass Schlafentzug die sonst so wachen Sinne geradezu vernebeln können, doch habe ich noch nie davon gehört, dass eine getrübte menschliche Linse auch die Linse einer Kamera täuschen kann.
Und somit wurde die für viele ereignislose Fahrt für wenige wahrscheinlich zum Ereignis der dritten Art!
Angekommen in Gerlos, erinnerte man sich an alte Tugenden und wartete einige Stunden, holte dann die Skimontur, wartete, aß, wartete noch ein kleines bisschen, unterbrochen von kleinen Spielen und einer Wanderung und somit kann fröhlich festgestellt werden, dass unser Karmakonto wieder bis zum Bersten voll ist: Nach einer laaaaangen und weiligen Hinfahrt steht morgen einer richtig schönen Skifahrt nichts mehr im Weg, alles ist bereitet und eine fremde Macht ist mit uns!






































































